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Nebenkostenabrechnung

CO₂-Kosten: So prüfst du den Vermieteranteil

Zuletzt aktualisiert am · Redaktion Brief Monster · 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Bei Wohngebäuden werden CO₂-Kosten grundsätzlich nach dem jährlichen Ausstoß je Quadratmeter zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt. Prüfe Gebäudestufe, ausgewiesene CO₂-Kosten und den abgezogenen Vermieteranteil. Wenn du Gas oder Heizöl selbst beziehst, musst du deinen Erstattungsanspruch grundsätzlich innerhalb von zwölf Monaten nach Lieferantenabrechnung in Textform geltend machen. Ausnahmen und öffentlich-rechtliche Beschränkungen können die Aufteilung verändern.

Frist

Selbstversorgung: 12 Monate ab Lieferantenabrechnung

Den Erstattungsanspruch bei eigener Wärmeversorgung musst du binnen zwölf Monaten ab Abrechnung der Lieferung in Textform gegenüber dem Vermieter geltend machen. Das ist eine andere Frist als die Einwendungsfrist gegen seine Betriebskostenabrechnung.

Grundlage: § 6 Abs. 2 CO2KostAufG

Welche CO₂-Kosten muss mein Vermieter mittragen?

Es geht um die im Brennstoff- oder Wärmepreis enthaltenen CO₂-Kosten, nicht um einen pauschalen Anteil deiner gesamten Heizrechnung. Der Anwendungsbereich ergibt sich aus § 2 CO2KostAufG. Für Wohngebäude richtet sich die Aufteilung insbesondere nach § 5 CO2KostAufG und der gesetzlichen Stufentabelle. Die Regeln zur CO₂-Aufteilung gelten grundsätzlich für Abrechnungszeiträume ab dem 1. Januar 2023; Übergangsdetails stehen in § 11.

Prüfe zunächst deine Versorgung: Rechnet der Vermieter eine zentrale Anlage ab oder hast du selbst einen Vertrag über Gas beziehungsweise Heizöl? Im ersten Fall erfolgt die Aufteilung in der Heizkostenabrechnung. Im zweiten musst du den Erstattungsanspruch selbst verfolgen. Diese Wege darfst du nicht gleichsetzen.

Wie funktioniert die CO₂-Tabelle für Wohngebäude?

Die gesetzliche Anlage zum CO2KostAufG enthält zehn Stufen. Maßstab ist der Ausstoß in Kilogramm CO₂ pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr, nicht die Energieeffizienzklasse des Energieausweises. Mit höherem spezifischem Ausstoß steigt grundsätzlich der Vermieteranteil. Die folgende Tabelle zeigt die vollständigen gesetzlichen Ausgangswerte, bevor mögliche Sonderregeln geprüft werden.

CO₂-Aufteilung bei Wohngebäuden: gesetzliche Ausgangstabelle, Stand 9. Oktober 2026
kg CO₂ / m² / JahrMieterVermieter
unter 12100 %0 %
12 bis unter 1790 %10 %
17 bis unter 2280 %20 %
22 bis unter 2770 %30 %
27 bis unter 3260 %40 %
32 bis unter 3750 %50 %
37 bis unter 4240 %60 %
42 bis unter 4730 %70 %
47 bis unter 5220 %80 %
ab 525 %95 %

„Unter“ ist für Grenzwerte wichtig: 32,0 fällt nicht mehr in die vorherige Stufe. Bei verkürzten Abrechnungszeiträumen werden die Tabellenwerte nach § 5 angepasst. Übertrage die Jahresgrenzen deshalb nicht blind auf einen Halbjahreszeitraum.

Wie kontrolliere ich die Einstufung und den Eurobetrag?

Nach § 5 Abs. 1 CO2KostAufG wird der spezifische Ausstoß grundsätzlich aus den Emissionen im Abrechnungszeitraum und der maßgeblichen Wohnfläche ermittelt und auf eine Nachkommastelle gerundet. Bei gesonderter Versorgung und mehreren vermieteten Wohnungen enthält die Vorschrift besondere Flächenregeln. Lass deshalb erklären, ob die Rechnung das ganze Gebäude, mehrere versorgte Wohnungen oder deine selbst versorgte Wohnung zugrunde legt.

Vereinfachtes Jahresbeispiel: 18.000 kg CO₂ geteilt durch 600 m² ergeben 30,0 kg pro m². Die Ausgangstabelle ordnet dafür 60 Prozent dem Mieter und 40 Prozent dem Vermieter zu. Bei insgesamt 1.200 € CO₂-Kosten wären das 720 € und 480 €. Erst danach wird der Mieterblock auf die einzelnen Wohnungen verteilt. Die 480 € sind nicht automatisch deine persönliche Erstattung.

Prüfe Emissionsmenge, Zeitraum, Fläche und CO₂-Kosten separat. Ein richtiger Prozentwert kann mit einer falschen Ausgangsmenge trotzdem einen falschen Eurobetrag ergeben. Nutze die Lieferrechnung statt einen beliebigen Onlinepreis für CO₂-Zertifikate einzusetzen.

Welche Angaben müssen in meiner Heizkostenabrechnung stehen?

Der Vermieter muss unter anderem deinen CO₂-Anteil, die Einstufung des Gebäudes oder der Wohnung und die Berechnungsgrundlagen ausweisen (§ 7 Abs. 3 CO2KostAufG). Bei zentraler Versorgung ermittelt er die Kosten, zieht seinen Anteil ab und verteilt den verbleibenden Mieteranteil nach den einschlägigen Heizkostenregeln. Die Stufentabelle allein ist deshalb noch keine vollständige Wohnungsabrechnung.

Suche in der Rechnung nach einem CO₂-Abschnitt oder einem ergänzenden Blatt. Achte darauf, ob der Vermieteranteil tatsächlich abgezogen wurde oder nur informativ genannt wird. Ein Betrag, der an einer anderen Stelle nochmals vollständig im Brennstoffkostenblock auftaucht, braucht Erklärung. Fordere bei unklarer Rechnung die Lieferunterlage und die Rechenschritte an. Das Einsichtsrecht ergibt sich ergänzend aus § 556 Abs. 4 BGB.

Markiere den fehlenden Schritt konkret: Ausstoß, Fläche, Stufe, Euro-Aufteilung oder Wohnungsverteilung. So kann die Verwaltung gezielt ergänzen. Der Satz „CO₂ ist falsch“ sagt dagegen nicht, ob du einen Rechenfehler oder eine fehlende Grundlage meinst.

Was gilt, wenn ich Gas oder Heizöl selbst bezahle?

Bei eigener Versorgung mit Wärme oder Wärme und Warmwasser sieht § 6 Abs. 2 CO2KostAufG einen Erstattungsanspruch gegen den Vermieter vor. Du musst ihn binnen zwölf Monaten ab Lieferantenabrechnung in Textform geltend machen. Eine nachvollziehbare E-Mail kann Textform erfüllen; sichere ihren Inhalt und Zugang. Die richtige Einstufung bei Selbstversorgung richtet sich nach § 5 Abs. 3.

Füge die Lieferantenrechnung, den Zeitraum, die maßgebliche Wohnfläche und deine Berechnung bei. Fordere nicht ungeprüft einen Anteil der gesamten Gasrechnung. Wenn Gas auch für andere eigene Geräte eingesetzt wird, enthält § 6 Abs. 3 zusätzliche Regeln; die reine Heizungsberechnung kann dann angepasst werden müssen. Gewerbliche weitere Nutzung ist noch gesondert zu betrachten.

Bei vereinbarten Betriebskostenvorauszahlungen kann die Erstattung in der nächsten jährlichen Abrechnung verrechnet werden. Erfolgt keine Abrechnung oder Verrechnung, nennt § 6 Abs. 2 eine Erstattung spätestens zwölf Monate nach Anzeige. Die Frist zur Geltendmachung und der anschließende Erstattungszeitpunkt sind also nicht derselbe Termin.

Darf der Vermieter wegen Denkmalschutz weniger übernehmen?

Unter den Voraussetzungen von § 9 CO2KostAufG kann sich der Vermieteranteil verändern. Stehen öffentlich-rechtliche Vorgaben einer wesentlichen energetischen Verbesserung des Gebäudes oder der Wärme- und Warmwasserversorgung entgegen, wird sein prozentualer Anteil grundsätzlich halbiert. Betreffen entsprechende Hindernisse beide Bereiche, findet nach Absatz 2 keine Aufteilung statt. Das ist keine pauschale Ausnahme für jedes alte Gebäude.

Die Vorschrift nennt beispielsweise denkmalschutzrechtliche Beschränkungen und bestimmte Anschlusszwänge. Entscheidend ist die tatsächliche rechtliche Beschränkung, nicht nur das Etikett „denkmalgeschützt“. Nach Absatz 3 muss der Vermieter die Umstände nachweisen, auf die er sich für die Herabsetzung beruft. Bitte daher um die konkrete Grundlage und eine Erklärung, welche Verbesserung verhindert wird.

Daneben hat das Gesetz eigene Regeln zum Anwendungsbereich, etwa für bestimmte Wärmelieferungen und HeizkostenV-Ausnahmen. Bei nicht überwiegend zu Wohnzwecken genutzten Gebäuden solltest du die Wohngebäudetabelle nicht ungeprüft anwenden. Ein gemischt genutztes Objekt, ein Anschlusszwang oder eine besondere Anlage ist ein guter Anlass für fachliche Beratung.

Wie verlange ich den CO₂-Vermieteranteil bei Selbstversorgung?

Das Muster ist für einen selbst abgeschlossenen Gas- oder Brennstoffvertrag gedacht. Wenn dein Vermieter die zentrale Heizkostenabrechnung erstellt, bittest du stattdessen um Korrektur seiner Abrechnung. Übernimm nur überprüfte Zahlen und nenne die beigefügten Unterlagen. So lässt sich erkennen, wie du aus den Emissionen zur Stufe und schließlich zum geforderten Betrag gelangt bist.

Muster: CO₂-Erstattung geltend machen

[Name und Anschrift]

An [Vermieter]

Betreff: CO₂-Erstattung, Wohnung [Adresse], Zeitraum [Zeitraum]

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich versorge die Wohnung selbst mit [Gas / Heizöl].

Hiermit mache ich meinen Erstattungsanspruch nach § 6 Abs. 2 CO2KostAufG geltend.

Lieferantenabrechnung vom [Datum], CO₂-Kosten [Betrag] €, maßgebliche Fläche [m²].

Meine Berechnung ergibt [kg CO₂/m²/Jahr], Stufe [Stufe] und einen Vermieteranteil von [Betrag] €.

Rechnung und Berechnung liegen bei; bitte bestätigen Sie die Erstattung oder Verrechnung.

Mit freundlichen Grüßen

[Name]

Kontrolliere anschließend, ob eine angekündigte Verrechnung wirklich in der nächsten Abrechnung erscheint. Bewahre die Anzeige mit Datum auf. Sie hilft, sowohl die rechtzeitige Geltendmachung als auch eine ausstehende Erstattung nachzuvollziehen.

Was kann ich bei fehlenden Angaben oder einem falschen Anteil tun?

Beanstande die konkrete Abweichung schriftlich und fordere eine nachvollziehbare Korrektur. Bei der Betriebskostenabrechnung gilt grundsätzlich die Einwendungsfrist aus § 556 Abs. 3 BGB. Fehlt die Bestimmung deines CO₂-Anteils oder fehlen Pflichtinformationen nach § 7 Abs. 3, nennt § 7 Abs. 4 CO2KostAufG ein Kürzungsrecht um 3 Prozent deines laut Heizkostenabrechnung entfallenden Heizkostenanteils. Das ist nicht einfach eine beliebige Kürzung aller Nebenkosten.

Trenne eine Korrektur des falsch berechneten Vermieteranteils von diesem besonderen Informations-Kürzungsrecht. Prüfe bei mehreren Fehlern die Rechenbasis, bevor du Beträge addierst. Ein Anspruch bei eigener Versorgung ist außerdem nicht automatisch derselbe Fall wie eine fehlerhafte zentrale Abrechnung.

Bei ausbleibender Antwort, streitiger Fläche oder behaupteten Sonderregeln helfen Mieterverein oder anwaltliche Beratung. Nimm Lieferrechnung, Heizkostenabrechnung, Mietvertrag und deinen Schriftwechsel mit. Die Website erklärt den gesetzlichen Ablauf; sie entscheidet nicht, welche Quote oder Zahlung in deinem individuellen Mietverhältnis rechtlich durchsetzbar ist.

Häufige Fragen

Wer muss CO₂-Abgaben bezahlen?

Die CO₂-Kosten sind zunächst in der Brennstoff- oder Wärmerechnung enthalten. Im erfassten Mietverhältnis werden sie nach dem CO2KostAufG zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt; für Wohngebäude gilt grundsätzlich eine Stufentabelle.

Wie hoch ist der CO₂-Anteil für Mieter?

Die Ausgangstabelle für Wohngebäude reicht von 100 Prozent Mieteranteil bei weniger als 12 kg CO₂ je m² und Jahr bis 5 Prozent ab 52 kg. Ausnahmen und Sonderregeln müssen zusätzlich geprüft werden.

Gibt es eine offizielle Tabelle für die CO₂-Kosten?

Ja, die Anlage zum CO2KostAufG enthält die zehn gesetzlichen Stufen mit Mieter- und Vermieteranteil. Maßgeblich ist der spezifische Ausstoß, nicht einfach die Energieausweisklasse.

Wird der CO₂-Betrag auf der Heizölrechnung ausgewiesen?

Prüfe die Lieferantenrechnung und die CO₂-bezogenen Angaben. Für die Erstattung brauchst du nachvollziehbare CO₂-Kosten und Emissionswerte; frage bei fehlenden Angaben beim Lieferanten nach.

Wie lange kann ich bei eigener Gasversorgung Erstattung verlangen?

Nach § 6 Abs. 2 CO2KostAufG musst du den Anspruch binnen zwölf Monaten ab Lieferantenabrechnung in Textform geltend machen. Die spätere Auszahlung oder Verrechnung folgt eigenen Regeln.

Quellen

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Allgemeine Information, keine Rechtsberatung: Der Artikel ersetzt nicht die Prüfung deines Einzelfalls. Redaktion Brief Monster, Stand 9. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreib uns an support@briefmonster.de.