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P-Konto: Pfändungsschutzkonto einrichten und Freibetrag nachweisen

Zuletzt aktualisiert am · Redaktion Brief Monster · 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Ein P-Konto schützt bestimmtes Kontoguthaben vor Pfändung. Seit 1. Juli 2026 beträgt der monatliche Grundschutz 1.590 Euro; Unterhaltspflichten und bestimmte Leistungen können zusätzliche Beträge ermöglichen. Die Umwandlung beantragst du bei deiner Bank, Erhöhungen weist du gesondert nach. Das P-Konto löscht keine Schulden und stoppt weder einen gerichtlichen Titel noch jede Vollstreckungsmaßnahme.

Frist

Bei Kontopfändung sofort handeln

Bei bereits gepfändetem Guthaben muss die Bank die Umwandlung zum Beginn des vierten auf dein Verlangen folgenden Geschäftstags ermöglichen. Eine gesetzliche Rückwirkung setzt die Umwandlung vor Ablauf eines Monats nach Zustellung des Überweisungsbeschlusses an die Bank voraus.

Grundlage: § 850k Abs. 2 ZPO, § 899 Abs. 1 ZPO

Was macht ein Pfändungsschutzkonto anders?

P-Konto ist die Kurzform für Pfändungsschutzkonto. Es handelt sich um ein Zahlungskonto mit besonderem Schutz des Guthabens, nicht um ein neues Darlehen oder einen Schuldenerlass. Ohne passenden Kontoschutz kann eine Pfändung den Zugriff auf laufende Zahlungseingänge erheblich beeinträchtigen. Das ist gerade dann dringend, wenn du damit Miete, Lebensmittel oder Strom bezahlst. Eine bloße Erklärung, dass das Geld dein Gehalt oder eine Sozialleistung ist, ersetzt die Einrichtung des Schutzes nicht.

Jede natürliche Person kann nach § 850k ZPO verlangen, dass ihr Zahlungskonto als P-Konto geführt wird, auch bei negativem Saldo. Es wird anschließend auf Guthabenbasis geführt. Du darfst nur ein P-Konto gleichzeitig haben und musst das gegenüber der Bank versichern. Ein gemeinsames Haushaltskonto ist nicht einfach dasselbe wie dein eigenes P-Konto; bei einer Pfändung eines Gemeinschaftskontos gelten besondere Regeln. Kläre diese Konstellation umgehend mit der Bank und einer Schuldnerberatung, statt ungeprüft Geld zwischen Konten zu verschieben.

Wie hoch ist der Grundfreibetrag seit Juli 2026?

Der allgemeine monatliche Grundbetrag der Pfändungsfreigrenzen beträgt seit 1. Juli 2026 1.587,40 Euro. Für den Grundschutz auf dem P-Konto wird dieser Betrag nach § 899 ZPO auf volle zehn Euro aufgerundet. Daraus ergeben sich 1.590 Euro je Kalendermonat. Die Zahlen beruhen auf der Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2026. Sie sind zeitgebunden; eine ältere Tabelle mit einem anderen Jahresstand kann für einen früheren Monat richtig und für deinen jetzigen Monat falsch sein.

Grundschutz: Stand 1. Juli 2026
BegriffBetragBedeutung
Allgemeiner monatlicher Grundbetrag1.587,40 €Ausgangswert der Pfändungsfreigrenzen
P-Konto-Grundschutz1.590 €Auf volle 10 Euro aufgerundeter Kontoschutz
Persönliche ErhöhungVom Einzelfall abhängigZusätzlicher Nachweis oder gerichtliche Entscheidung kann nötig sein

Der Kontogrundschutz ist nicht mit jeder Berechnung einer Lohnpfändung identisch. Maßgeblich sind beim Konto auch Zahlungseingänge, bereits verfügbare geschützte Beträge und der jeweilige Kalendermonat. Prüfe deshalb die Bankanzeige und frage nach einer nachvollziehbaren Aufstellung, wenn der tatsächlich verfügbare Betrag nicht zu deinem erwarteten Schutz passt.

Wie beantragst du die Umwandlung bei deiner Bank?

Verlange die Führung deines bestehenden Zahlungskontos als Pfändungsschutzkonto und nutze dafür möglichst den dokumentierten Weg deiner Bank. Notiere Datum, Uhrzeit und Ansprechpartner und speichere eine Kopie des Antrags. Wenn bereits eine Pfändung vorliegt, erwähne das ausdrücklich. Dann muss die Bank die Umwandlung zum Beginn des vierten auf dein Verlangen folgenden Geschäftstags ermöglichen. Warte nicht darauf, dass erst das Inkasso antwortet oder eine Beratungsstelle einen späteren Termin anbietet: Den Antrag bei der Bank kannst du schon stellen.

Muster: Umwandlung in ein P-Konto verlangen

An [Bank, zuständige Stelle]

Konto: [IBAN]

[Ort, Datum]

Hiermit verlange ich die Führung meines Zahlungskontos als Pfändungsschutzkonto nach § 850k ZPO.

Ich versichere, dass ich kein weiteres Pfändungsschutzkonto unterhalte.

[Falls zutreffend: Für dieses Konto liegt bereits eine Pfändung vor.]

Bitte bestätigen Sie den Eingang und den Zeitpunkt der Umwandlung schriftlich.

Bitte teilen Sie mir mit, wie ich erforderliche Nachweise für Erhöhungsbeträge einreichen kann.

[Name, Kontakt und gegebenenfalls Unterschrift]

Das Muster beantragt nur die Kontoumwandlung. Es bescheinigt keine Unterhaltspflichten und ersetzt keinen zusätzlichen Nachweis. Unterschreibe die Erklärung über nur ein Konto ausschließlich, wenn sie tatsächlich stimmt. Bei einem Bankwechsel sollten Beginn und Ende des jeweiligen Schutzes abgestimmt werden.

Wann kannst du einen höheren Betrag schützen lassen?

§ 902 ZPO ermöglicht zusätzliche geschützte Beträge, unter anderem bei gesetzlich geschuldetem und tatsächlich gewährtem Unterhalt oder bestimmten Sozialleistungen für weitere Personen. Auch Kindergeld und bestimmte andere Leistungen können geschützt sein; es gibt gesetzliche Ausnahmen, etwa bei einer Pfändung wegen einer Unterhaltsforderung des betreffenden Kindes. Die bloße Zahl der Menschen in deiner Wohnung entscheidet also nicht automatisch über deinen Freibetrag. Halte Leistungsbescheide, Unterhaltsnachweise und die Zuordnung der Zahlungseingänge bereit.

Nach § 903 ZPO kommen für eine Bescheinigung insbesondere die Familienkasse, ein Sozialleistungsträger, der Arbeitgeber oder eine geeignete Person beziehungsweise Stelle nach den Insolvenzvorschriften in Betracht. Dazu können anerkannte Schuldnerberatungsstellen gehören. Reiche die Bescheinigung bei der Bank ein und sichere den Eingangsbeleg. Die Bank muss ihre Angaben ab dem zweiten auf die Vorlage folgenden Geschäftstag berücksichtigen. Prüfe außerdem den Gültigkeitszeitraum. Ein persönliches Schreiben mit einer selbst ausgerechneten höheren Summe ist kein gleichwertiger Nachweis.

Was gilt, wenn das Konto schon gepfändet wurde?

Eine bereits zugestellte Kontopfändung ist kein Grund, die Umwandlung aufzugeben. § 899 Absatz 1 ZPO sieht Schutz auch dann vor, wenn das Konto vor Ablauf eines Monats nach Zustellung des Überweisungsbeschlusses an die Bank in ein P-Konto umgewandelt wird. Entscheidend ist also nicht irgendein Datum auf deinem Inkassobrief und auch nicht zwingend der Tag, an dem du erstmals von der Pfändung erfährst. Frage die Bank unverzüglich nach dem maßgeblichen Zustellungsdatum und dem derzeitigen Stand des Guthabens.

Dokumentiere, wann du die Umwandlung verlangt und wann die Bank sie umgesetzt hat. Bei drohender Auszahlung an den Gläubiger oder bereits eingetretenen Problemen reicht ein allgemeiner Beschwerdebrief möglicherweise nicht. Lass kurzfristig prüfen, ob ein Antrag beim zuständigen Vollstreckungsgericht oder eine andere verfahrensgerechte Maßnahme nötig ist. Geht die Pfändung von einer öffentlichen Stelle aus, kann die zuständige Stelle für Schutzanträge abweichen. Der Kontoschutz und eine inhaltliche Anfechtung der Forderung sind getrennte Schritte: Verfolge beides, soweit dein Fall es erfordert.

Was passiert mit ungenutztem Guthaben und Nachzahlungen?

Nicht verbrauchtes geschütztes Guthaben kann nach § 899 Absatz 2 ZPO in die drei folgenden Kalendermonate übertragen werden. Verfügungen werden auf älteres Guthaben zuerst angerechnet. Das erlaubt keine unbegrenzte Ansammlung auf dem gepfändeten Konto. Bitte die Bank bei Unklarheiten um eine monatsweise Aufstellung: neue Gutschriften, übertragenes Guthaben, Verfügungen und eventuell nicht mehr geschützte Beträge. Nur der aktuelle Kontostand allein zeigt diese Unterschiede nicht. Bewahre die Aufstellung zusammen mit den Kontoauszügen auf.

Nachzahlungen sind ein eigener Prüfpunkt. Nach § 904 ZPO gelten je nach Leistungsart, Betrag und Bezugszeitraum unterschiedliche Regeln. Eine größere Überweisung ist nicht automatisch frei, nur weil sie mehrere Monate betrifft. Zeige der Beratungsstelle daher den vollständigen Bescheid, aus dem Zeitraum und Art der Nachzahlung hervorgehen, nicht nur den Bankumsatz. Frage gezielt, ob eine Bescheinigung ausreicht oder eine gerichtliche Entscheidung erforderlich ist. Das gilt besonders bei nachgezahltem Arbeitseinkommen oder einer Sammelzahlung aus mehreren Leistungsarten.

Was kannst du bei fehlender Bescheinigung oder Bankproblemen tun?

Fehlt dir eine Bescheinigung, frage zuerst bei der zuständigen leistungszahlenden Stelle und dokumentiere die Antwort. § 905 ZPO sieht eine gerichtliche Festsetzung der Erhöhungsbeträge vor, wenn du die vorgeschriebenen erfolglosen beziehungsweise nicht zumutbaren Beschaffungsversuche glaubhaft machst. Ein Gerichtsantrag ist damit nicht bloß ein Ersatz nach Belieben, sondern an Voraussetzungen geknüpft. Sammle Anfragen, Ablehnungen und Leistungsnachweise, damit diese Prüfung nachvollziehbar wird. Für komplexe Konstellationen ist qualifizierte Schuldnerberatung besonders hilfreich.

Wenn die Bank eine vorgelegte Bescheinigung nicht berücksichtigt, benenne ihr schriftlich Vorlagezeitpunkt, Bescheinigungszeitraum und betroffene Buchungen. Bitte um konkrete Begründung und Korrektur, statt nur den Gesamtbetrag als „falsch“ zu bezeichnen. Unbefristete Bescheinigungen sind grundsätzlich zwei Jahre zu beachten; vorher kann eine neue verlangt werden, wenn tatsächliche Anhaltspunkte für unrichtige oder überholte Angaben bestehen. Bei akuter Existenzgefährdung solltest du parallel Beratung suchen. Eine Beschwerde bei einer Aufsicht oder Ombudsstelle schafft nicht automatisch rechtzeitig den nötigen Vollstreckungsschutz.

Welche Probleme löst das P-Konto nicht?

Das P-Konto schützt verfügbares Guthaben im gesetzlichen Umfang, beantwortet aber nicht, ob der Gläubiger seine Forderung zu Recht erhebt. Ein Vollstreckungsbescheid bleibt ein eigenes fristgebundenes Dokument. Auch eine Pfändung anderer Vermögenswerte oder des Einkommens wird nicht allein durch die Kontoumwandlung aufgehoben. Der geschützte Betrag ist außerdem keine zusätzliche Zahlung: Du kannst nur über tatsächlich vorhandenes und geschütztes Guthaben verfügen. Ein überzogenes Konto wird dadurch nicht zu einem neuen Kreditrahmen.

Ordne daher drei Aufgaben getrennt: laufenden Lebensunterhalt sichern, Forderung und Titel prüfen sowie eine tragfähige Schuldenlösung planen. Unser Beitrag zur Inkasso-Ratenzahlung erklärt, worauf du bei einer Vereinbarung achten solltest. Brief Monster unterstützt beim Verständnis von Schreiben und beim Ordnen eines Antwortentwurfs. Bankseitige Bescheinigungen, gerichtliche Anträge oder eine individuelle Insolvenzberatung ersetzt die App nicht. Wenn mehrere Gläubiger gleichzeitig Druck machen, hilft eine anerkannte Beratungsstelle oft mehr als mehrere unverbundene Zahlungsversprechen, die dein Monatsbudget insgesamt übersteigen.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der P-Konto-Freibetrag ab Juli 2026?

Der monatliche Grundschutz beträgt seit 1. Juli 2026 1.590 Euro. Er ergibt sich aus dem Grundbetrag von 1.587,40 Euro und der gesetzlichen Aufrundung auf volle zehn Euro. Persönliche Erhöhungen benötigen gesonderte Prüfung und Nachweise.

Was darf bei einem P-Konto nicht gepfändet werden?

Geschützt sind Guthaben innerhalb des gesetzlichen Grundschutzes und nachgewiesene beziehungsweise festgesetzte Erhöhungsbeträge. Nicht jedes Guthaben und nicht jede beliebige Sozialzahlung ist ohne weitere Prüfung unbegrenzt geschützt.

Was sollte ich tun, wenn mein Konto gepfändet wurde?

Verlange unverzüglich die Umwandlung bei deiner Bank, kläre das Zustellungsdatum des Überweisungsbeschlusses und prüfe erforderliche Bescheinigungen. Suche bei blockiertem Lebensunterhalt kurzfristig qualifizierte Schuldnerberatung.

Kann ich mehrere P-Konten haben?

Nein. Eine Person darf nur ein P-Konto unterhalten. Bei Einrichtung musst du versichern, kein weiteres zu haben. Bei einem Bankwechsel müssen die Konten und Schutzzeiträume sauber abgestimmt werden.

Quellen

Mehr zum Thema

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung: Der Artikel ersetzt nicht die Prüfung deines Einzelfalls. Redaktion Brief Monster, Stand 9. Oktober 2026. Fehler entdeckt? Schreib uns an support@briefmonster.de.